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Mike Hatcher (59), ein international erfahrener Schatztaucher, war im Mai 1999 an Bord der "Restless M" auf der Suche nach einem im südchinesischen Meer beim Belvidere-Riff (Karte)
gesunkenen chinesischen Schiff, von dem zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr bekannt war, als dass es sehr groß gewesen war, dort im frühen 19. Jahrhundert gesunken sein musste und dass dabei viele Menschenleben zu beklagen waren.
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Michael Hatcher
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Hatchers Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Monate unterwegs und suchte den Meeresboden systematisch mit Sonargeräten und Magnetometern ab - erfolglos. Ein Tag
Schatzsuche kostet mehr als 10.000 Dollar für die technische Ausrüstung und die Mannschaft von über 30 Mann. "Die Suche hatte zu diesem Zeitpunkt praktisch all unsere finanziellen Mittel verschlungen. Wir gaben uns
noch zwei Tage, dann mussten wir wohl oder übel abbrechen," schildert Mike Hatcher die Situation.
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Karte Indonesiens
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Dann, am 12. Mai 1999, zeigte das Sonar eine auffällige Unregelmäßigkeit am Meeresboden - vielleicht die gesuchte Dschunke, vielleicht aber auch nur ein Riff? Taucher gingen ins Wasser und sahen 30
Meter unter der Wasseroberfläche einen Hügel, ca. vier Meter hoch, zehn Meter breit und 42 Meter lang. Bei genauerem Hinsehen stellten sie erstaunt fest, dass dieser Hügel kein Riff war, sondern aus ungeheuren Mengen
chinesischen Porzellans bestand: Tassen, Teller, Schüsseln, Kannen, Vasen, Figuren. Man begann umgehend mit der Bergung des Schatzes.
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Bergungsschiff
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Aufgrund des Studiums alter Berichte, Dokumente, Zeitungen etc. gelang es dem bekannten englischen Schifffahrtsforscher Nigel Pickford, das Wrack als die chinesische
Dschunke "Tek Sing" (Wahrer Stern) zu identifizieren und eine wahrhaft tragische Geschichte kam zu Tage. Die Tek Sing war eine sehr große Dschunke - ca. 50 Meter lang, 10 Meter breit, rund 1000 Tonnen - die im Januar
1822 mit mehr als 200 Mann Besatzung und mindestens 1600 Passagieren an Bord auf dem Weg von der chinesischen Hafenstadt Amoy (heute Hsiemen) nach Java war.
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Porzellanberge
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Die Entdeckung dieser Katastrophe wirft ein bezeichnendes Licht auf die Turbulenzen im China jener Tage: westliche Handelsfirmen - für die Opium legal war - schmuggelten die Droge nach
China, wo sie verboten war, und verursachten so Drogensucht und einen ständigen Abfluss von Silber aus China. Dies trug zum schnellen Verfall der chinesischen Wirtschaft und in der Folge zu
Massenauswanderungen bei.
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Meeresgrund
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Gemälde einer Dschunke, 19. Jh.
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Ein begleitendes chinesisches Schiff nahm zwar im Vorbeifahren 18 Leute aus dem Meer auf, stoppte aber nicht um zu helfen, da man wohl fürchtete, von der schieren Menge der Menschen im Wasser überrannt zu werden.
Zwei Tage später fuhr das englische Schiff "Indiana" unter dem Ex-Royal Navy Kapitän James Pearl an der Unfallstelle vorbei und seine Mannschaft konnte - unter Einsatz der
eigenen Leben - 180 Schiffbrüchige retten. Dieser mutigen und selbstlosen Aktion verdanken wir, dass es dem bekannten britischen Schifffahrts-Forscher Nigel Pickford
gelang, die Tek Sing zu identifizieren; andere Wracks chinesischer Dschunken konnten nie identifiziert werden und ihr Schicksal blieb im Dunkel der Meere. Pearl verlor durch seine Rettungsaktion ein Vermögen, denn er konnte
seine Opiumladung wegen der Verzögerung nicht mehr wie geplant in Borneo verkaufen. |
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