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Aus einem Buch eines Gewässerkundlers (‚Directions for Sailing to the East Indies’ von James Horsburgh ,
Band 2, 1848) hatte Nigel Pickford die Information, dass im frühen 19. Jahrhundert bei dem Belvidere Riff eine große chinesische Dschunke gesunken sein musste, wobei es sehr viele Menschenleben zu
beklagen gab. Mit diesen Informationen begab sich Mike Hatcher auf seine Suchexpedition.
Am 12. Mai 1999 wird mit Hilfe von Sonargerät und Magnetometer im südchinesischen Meer, 2 Grad südlich des Äquators, nördlich von Java, östlich von Sumatra, südlich von Singapore, ein Hügel, 30 m unter dem Meer, 42 m lang, 4 m
hoch, lang mehr als 10 breit, entdeckt.
Es sind die Ladung und das Wrack einer chinesischen Dschunke. Die Ladung reichte bis 2 Meter unter Seegrund, der Laderaum war ursprünglich wohl 54 m lang.
Nigel Pickford gelingt es, das Wrack als die Tek Sing (Wahrer Stern) zu identifizieren, eine außergewöhnliche große Dschunke von rund 1000 t und drei Masten, der größte davon über dreißig Meter lang, aus Amoy (heute Hsiemen).
Sie hatte im Januar 1822 fast 2000 Leute an Bord, mehr als 200 Mann Besatzung und mindestens 1600 Passagiere zwischen 6 und 70 Jahren; illegale Auswanderer, die in den Zuckerrohrplantagen von Java arbeiten wollten und einige
wohlhabende Handelsleute.
An einem Tag im Februar 1822 war die Tek Sing in Begleitung eines weiteren Schiffes auf See. Die Tek Sing segelte auf einer Route, die normaler Weise von
chineschen Seefahrern nicht benutzt wurde und scheiterte an einem Riff, das dem Kapitän unbekannt gewesen sein muß. Wegen seiner schweren Ladung kenterte
das riesige Schiff sofort. Tragischer Weise nahm das begleitende Schiff nur 18 Menschen im Vorbeifahren aus dem Wasser auf, kam aber der Tek Sing nicht zu
Hilfe, weil man fürchtete, von der großen Anzahl der Menschen Wasser überrannt zu werden.
Da ein Großteil der Passagiere auf dem Deck des Schiffes reisen mußte, gingen die meisten von ihnen sofort über Bord, als das Schiff kenterte. Ungefähr eine Stunde
lang lag das Schiff auf dem Riff, dann löste es sich, richtete sich auf und sank sofort in die Tiefe.
Weitere 180 Menschen überlebten die Katastrophe. Sie verdankten ihr Leben dem heldenhaften Einsatz von Captain Pearl, einem ehemaligen Royal Navy Kapitän,
der zwei Tage später mit seinem Schiff Indiana vorbeisegelte. Pearl bemerkte Treibgut und Menschen auf dem Wasser, ließ seine Boote zu Wasser und rettete, was zu retten war.
Zum Fund gehören u. a. Quecksilber, Sextanten, Taschenuhren, chinesische Stempelkissen, Eisen- und Messing-Kanonen, eine Bronze-Kanone, Schachteln mit
Nadeln, Taschenmesser, chinesische Messing-Vorhängeschlösser, Kerzenständer, Teleskopteile, Münzen und 350 000 Stück chinesischen Porzellans
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