|
Kurzfassung, Stuttgart, den 24. Mai 2000
Taucher findet riesigen Porzellanschatz
CHINESISCHE DSCHUNKE IM STUTTGARTER HAUPTBAHNHOF
Im November größte Versteigerung aller Zeiten
Der größte Porzellanfund der Geschichte – über 350 000 Stück chinesischen Porzellans – wurde jetzt in Stuttgart vorgestellt. Er stammt aus dem Wrack der Tek Sing, einer
großen chinesischen Dschunke, die 1822 im Südchinesischen Meer gesunken war. Der australische Schatztaucher Mike Hatcher entdeckte das Wrack 1999. Beim Untergang
der Tek Sing verloren rund 1800 Menschen ihr Leben, mehr als bei der Titanic. Die Stuttgarter Firma Nagel Auktionen wird Teile des Fundes ab August in einem Bau in
Form einer Dschunke im Stuttgarter Hauptbahnhof ausstellen, bevor die Ladung im Rahmen der größten Porzellanauktion aller Zeiten im November in Stuttgart versteigert wird.
Die Tek Sing war eine sehr große Dschunke – ca. 50 Meter lang, 20 Meter breit, rund 1000 Tonnen – und war im Januar 1822 mit mehr als 200 Mann Besatzung und
mindestens 1600 Passagieren an Bord auf dem Weg von Amoy (heute Hsiemen) nach Java. Die Passagiere waren zwischen 6 und 70 Jahre alt, teilweise komplette Familien
, die meisten mussten an Deck reisen. Es waren vorwiegend auswanderungswillige Chinesen, die auf den Zuckerrohrplantagen Javas Arbeit finden wollten, und etliche
Handelsleute. Die Entdeckung dieser Katastrophe wirft ein bezeichnendes Licht auf die Turbulenzen im China jener Tage: westliche Handelsfirmen – für die Opium legal
war – schmuggelten die Droge nach China, wo sie verboten war, und verursachten so Drogensucht und einen ständigen Abfluss von Silber aus China. Dies trug zum schnellen Verfall der chinesischen Wirtschaft und in der Folge zu
Massenauswanderungen bei.
Der Schatz, der gehoben wurde, ist sensationell: Mehr als 350 000 Stück chinesischen Porzellans – Teller, Tassen, Schüsseln, Vasen, Figuren etc. - in größtenteils
hervorragendem Zustand kamen ans Tageslicht – der größte Fund dieser Art in der Geschichte des Schatz- tauchens! Darüber hinaus wurde Quecksilber, Sextanten,
Taschenuhren, Kanonen, Münzen und andere Handelsware geborgen. Das Porzellan stammt vorwiegend aus Werkstätten der Stadt Dehua und wurde im 18. und frühen 19. Jahrhundert für den Export innerhalb Asiens gefertigt.
Die Versteigerung der Tek Sing Ladung, die einen Katalog-Schätzpreis von rund 35 Millionen DM hat, wird vom 17. bis zum 25. November 2000 stattfinden. Die Auktionatoren von Nagel werden in diesen acht Tagen die Ware den erwarteten
Tausenden von Käufern aus aller Welt anbieten. Der Reiz, zu erschwinglichen Preisen antikes chinesisches Porzellan erstehen zu können, das eine Geschichte voller Abenteuer und Tragik erzählt, sollte ausreichen, das in mehrere Tausend Lose
aufgeteilte Fundgut unterzubringen.
Weitere Informationen unter:
www.tek-sing.de oder www.teksing.com Rainer Rottke 0170 966 3729 www.auction.de e-mail: rrottke@t-online.de
|