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Winnender Zeitung

Dienstag, 7. Juni 2005

Nummer 128 -wi

 

 

 

Zimmerleute bauen in Balken Ersatzteile ein
 

Morsches Holz wird abgesägt und durch Fichte ersetzt / Zimmermannswerk auch im Pfarrgarten: Die Mauritiushütte

 

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied
Regina Munder

Schwaikheim.
Zum Zimmer mit Aussicht wan¬delt sich die Dachstube der Mau¬ritiuskirche werktags: Calogero DiFranco und Bernhard Schöner öffnen die Plane, um neue Bal¬ken hereinzuheben und die mor¬schen Teile zu ersetzen. Da weit¬aus mehr verrottet ist als ange¬nommen, werden die Zimmer¬leute wohl bis in den Oktober hi¬nein am Dachstuhl arbeiten.

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 Der Dachstuhl der Mauritiuskirche wird durch die Sanierung (an der Säge: Bernhard Schöner) zum Zimmer mit Aussicht. Bild: Schneider

Die Handwerker haben nun ihr Geschäft: Sie sägen die morschen Stücke heraus, neh- men am noch guten Teil eine Schablone ab, sägen das Ersatzstück entsprechend zu und korrigieren seine Form gegebenenfalls, bis es perfekt sitzt. Der neue Fichtenbalken und das alte Holz werden mit Dübeln aus Eschenholz verbun- den. Das hat der Statiker vor-geschrieben. „Seit fünf Jahren etwa arbeiten einige mit mög- lichst wenig Eisen und Stahl und verwenden statt dessen Eschendübel." Schöner nennt als Vorteil, dass diese Bolzen sich mitverformen können - „Holz schwindet, und es arbeitet immer". Polier DiFranco ergänzt, dass der Statiker den Leuten am Bau alles diktiert:

 â€žDie versetzte Einteilung der Dübel und ihre Anzahl, auch die Länge des Blattes." Für den Zimmermann ist übrigens das Blatt, was für den Laien der Balken ist.
DiFranco und Schöner haben Kurse be¬legt und sind jetzt so etwas wie „Restauratoren mit Zimmererarbeiten". „In vier Wochen haben wir gelernt, das Alter von Holz zu bestimmen und dass man möglichst viel alte Substanz erhalten soll." Schöner berichtet, dass er beispiels- weise im Schloss Ludwigs- burg altes Gebälk restauriert hat.
Unten im Pfarrgarten ist ein anderes Zimmermannswerk bereits vollendet: Thilo Häfele aus Schwaikheim baute die

„Mauritiushütte": Ein Holz- häusle, in dem künftig Utensilien wie der Stall von Bethlehem und Chorpodeste aufbewahrt werden. „Es war der Mesnerin nicht mehr zuzumuten, dies durch das Loch auf die Bühne zu lupfen", so Pfarrer Heinrich Daxer.
Gedeckt ist die Hütte mit den alten, noch intakten Ziegeln der Kirche. Daxer hofft auf Nachahmer: „Gegen eine Spende kann man bei uns rund 300 Quadratmeter Biberschwanz bekommen, natürlich auch portionsweise."Je schneller der Haufen wegkommt, desto besser: Die Zimmerleute brauchen den Platz für ihr Holz.