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Freitag, 11. September 2009

Holz-Zentralblatt  | Nummer 37

Frodermann montiert neue »Beagle«

Stuttgarter Zimmerei baut für Darwin-Ausstellung dessen Forschungsschiff nach

ib. Das fahr 2009 steht ganz im Zeichen Charles Darwins und seiner Evolutionstheorie. Das Naturkundemuseum Stuttgart Schloss Rosen stein hat dazu eine Ausstellung geplant, deren optischer Mittelpunkt ein (fast) originalgroßer und begehbarer Nachbau von Darwins Forschungsschiff „HMS Beagle" ist. In der letzten Woche wurde das von der Zimmerei Frodermann aus Stuttgart gebaute Schiff im Naturkundemuseum montiert.

Da die Fläche in der Halle limitiert ist. entstand das begehbare Schiff nicht ganz in Originalgröße. Das Original war immerhin 26 m lang. Wie es genau aussah und wie man es rekonstruieren könnte, hat Designer Karlheinz Thum recherchiert und geplant. Gemeinsam mit dem Designer hat sich die Stuttgarter Zimmerei Frodermann beim Museum um das Projekt beworben, als man während der dreijährigen Planungszeit erfuhr, was die Ausstellungsmacher vorhaben. Dabei war dies nicht die erste Zusammenarbeit: Im Jahr 2000 hatte man zusammen den Nachbau einer chinesischen Dschunke, der „Tek Sing", entworfen und gebaut, die im Stuttgarter Hauptbahnhof für eine Porzellanauktion errichtet wurde.

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Bildtext : Mit dem Schließen des Rumpfes wird
 deutlich, wie beengt Forscher und Crew bei
ihrer Reise lebten.

Etwa 10 bis 12 m3 Brettschichtholz und Fichtenbretter waren nötig, um dem Nachbau des Forschungs- und Vermessungsschiffs „Beagle" Gestalt zu verleihen. Für den Bau hatte die Zimmerei ein halbes Jahr Zeit. Nachdem die vorgefertigten und in der Werkstatt beschichteten Teile zunächst probeweise montiert wurden, erfolgte in der letzten Woche (36. KW) der Einbau in der Säulenhalle des Naturkundemuseums. Sechs Tage brauchten die Zimmerer dafür.

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Bildtext : Die „Beagle" wurde innerhalb von sechs Tagen jn der Säulenhalle des Naturkundemuseums Schloss Rosenstein montiert. Fotos: Karlheinz Thum

Die Zimmerei wird von den Brüdern Detlef und Thomas Frodermann geleitet. In den Verantwortungsbereich von Detlef Frodermann gehört unter anderem der gesamte Zuschneidebetrieb, während Zimmermeister Thomas Frodermann als geprüfter Restaurator im Zirnmer-Handwerk, geprüfter Gebäude-Energieberater (HWK) und staatlich geprüfter technischer Fachwirt für den Zimmereibetrieb verantwortlich. Derzeit hat das Unternehmen zehn Mitarbeiter und drei Lehrlinge.

Noch ist die Ausstellung nicht eröffnet (1. Oktober 2009 bis Mai 2010), da drängt sich die Frage auf, was wohl danach mit dem „Beagle"-Nachbau passiert, „Vermutlich wird er entsorgt", so erklärt Thomas Frodermann. Zwar gebe es noch keine konkreten Pläne, aber auch die „Tek Sing" ging diesen Weg. Zwar habe es Interessenten gegeben, diese wollten jedoch die Demontage und Montage am neuen Ort auch noch umsonst haben.

Anlass der Ausstellung „Der Fluss des Lebens - 150 Jahre Evolutionstheorie" sind gleich zwei Jubiläen. Zum Einen Darwins 200. Geburtstag, zum Anderen den 150. Jahrestag der Veröffentlichung seines bahnbrechenden Werks „Die Entstehung der Arten", das die moderne Evolutionstheorie begründet hat. Das Naturkundemuseum Stuttgart nimmt dieses Doppeljubiläum zum Anlass, die Bedeutung der Evolutionstheorie als zentrale Theorie der Biologie zu reflektieren und den heutigen Stand der Wissenschaft an ausgewählten Bespielen aus der aktuellen Evolutionsforschung darzustellen. Die Sonderausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit den Universitäten Hohenheim, Stuttgart, sowie der Stuttgarter „Wilhelma" realisiert. Ein weiterer Kooperationspartner ist das Museum für Naturkunde in Berlin.

Die gesamte Ausstellung soll 300000 Euro gekostet haben. Sie wird als einer der 12 Gewinner des Ideenwettbewerbs „Evolution heute" von der Volkswagenstiftung gefördert. Exklusivsponsor der Ausstellung ist der Sparkassenverband Baden-Württemberg.