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 Haus aus Holz + Zeitungen
Zimmerei Frodermann Wir sind motiviert

Ein Doppelhaus aus Holz und Zeitungen

Im Neubaugebiet Fasanengarten wird gerade ein Niedrigenergiehaus gebaut

Hausen - Mit fast jeder En- ergiegewinnung wird Ko- hlendioxid (COz) produziert, und es ist erklärtes politi - sches Ziel, diese COz-Emissionen drastisch zu senken. Eine Möglichkeit, diese Absicht zu verwirk- lichen, ist die hochwärm- egedämmte Gebäudehülle im Holzrahmenbau.

VON SUSANNE DEGEL

Für solch einen Bau hat sich Familie Bartholomäi aus Gie- bel entschieden und ist damit die erste in Weilimdorf, die bald ein derart unkonventionelles Haus bezieht. „Weil die Bauart so ökologisch ist, war ich schnell von der Idee mit dem Holzrahmenbau begeistert", sagt Anja Bartholomäi.

Überhaupt scheint die Holz- skelettbauweise enorme Vor- teile zum herkömmlichen Be- tonbau zu haben. „Dadurch, daß lediglich der Keller aus Fertigbeton ist, war es auf unserer. Baustelle nie naß und feucht", sagt ihr Mann Thomas. Ein Baufortschritt, der nicht zu unterschätzen ist.
 Dadurch konnten nämlich die

Handwerker auch den Winter über ihrer Arbeit nachgehen.
Rund 45 Kubikmeter Bauholz für die tra­gende Konstruktion und 250 Quadratmeter Holz- platten zur Aussteifung des Holzskelettes haben die Zim- mermänner dabei in jeweils Holzskelettbau auch interes- sant, weil man von oben, bis unten beschäftigt ist", sagt Zimmermann Thomas Frodermann. Schon nach vier Wochen hatte er mit seinen fünf Kollegen die beiden Häuser dicht - sprich das Dach aufgesetzt. „Wenn alles optimal läuft, ist so ein Haus in rund drei Monaten bezugsfertigt", weiß Bauleiter Frank Beuchle. „Lediglich die Planungsphase ist intensiver, weil man im Vorfeld mehr beachten muß."

Ein weiterer Vorteil ist, daß sich vieles zum Selbermachen eignet: Sägen, schrauben, klopfen - alles das hat auch der 36jährige Bauherr in seiner Freizeit gemacht.

Wenn die Holzplatten und die aus Recyclingmaterial herge- stellten Dichtungspappen im Innenbereich angebracht sind,

 wird der Naturdämmstoff in die Wände eingeblasen. Dieser Dämmstoff wird in einem energiesparenden Herstellungs- verfahren aus Tageszeitungen hergestellt, die mit Bohrsalz versetzt und dadurch nicht brennbar sind. „Die Mehode wird schon seit den 20er Jahren in Skandinavien und Nord- amerika angewendet", weiß Walter Bushard, der ge- meinsam mit seinem Kollegen rund neun Tonnen Zeitungen in die Wände der beiden Häuser geblasen hat. In Deutschland wird das Verfahren erst seit den 80er Jahren angewendet.

Bei so viel Holz und Papier stellt sich natürlich die Frage, ob das Haus nicht schneller brennt als andere. „Nein, im Gegenteil", weiß Frodermann. „Wenn Holz brennt, bildet sich zwar eine Kohleschicht, aber der harte Kern bleibt." Anders der Stahl im Beton. Der wird weich und kann dann die Decke nicht mehr halten.

Spätestens im August wollen die Bartholomäis in ihr Holzhaus ziehen. Dann sind sie die ersten Bewohner im Neubaugebiet Fasanengarten.

oekohaus