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Mittwoch, den 23. Februar 2005

 

 

Sanierung am Greckenschloss im Herzen von Bad Friedrichshall geht voran

Zimmerleute setzen dem Schloss die alte Krone auf

 

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Mit einem Kran hieven die Arbeiter die alte Holzkrone auf das Dach des Treppenturms. Damit sind die Zimmermanns- arbeiten am Dach abgeschlossen. (Fotos: Dittmar Dirks)

Von Wolfgang Müller

Das Greckenschloss im alten Ortskern von Kochendorf ist nicht nur ein Wahrzeichen von Bad Friedrichshall. Das altehrwürdige Gebäude ist auch eine der größten Baustellen der Stadt. Seit zehn Monaten hämmern und klopfen die Handwerker im und am Gemäuer. Gestern erhielt der Treppenturm seine Krone zurück.

 

 

Kalt ist es dieser Tage im Dachstuhl des alten Schlosses aus dem späten 16. Jahrhundert. Aber der Schnee muss draußen bleiben. Das Dach ist dicht. Der Boden sicher. Dabei ist es noch nicht lange her, dass sich die Feuchtigkeit im Inneren ausgebreitet hat, die Balken vor sich hin faulten und die Decken der historischen Mauern einzustürzen drohten. „Wir mussten vorsichtig arbeiten", sagt Thomas Frodermann von der gleichnamigen Stuttgarter Zimmerei. „Man konnte gut und gerne eine Etage durchbrechen."

Seit Jahren bietet das geschundene Schloss im Herzen der Stadt einen traurigen Anblick. Die Narben an Balken und Sandsteinmauern künden von den Wunden des historischen Gemäuers. Das Friedrichs-haller Wahrzeichen ächzte zuletzt schwer unter der Last der Jahrhunderte. Und die Stadt hatte die Sanierung immer wieder hinausgeschoben.
Der Westflügel wies erhebliche Risse auf. Und im Inneren bog sich die Decke bis zu einem halben Meter durch. Die Statik war gefährdet. Das Schloss drohte einzustürzen.

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 Der Dachstuhl des Greckenschlosses strahlt in neuem Glanz. Zahllose Balken mussten ausgetauscht werden, weil sie faulig waren.

alte Holzkrone auf. Das ist mehr als nur einsichtbares Symbol nach außen. Es zieht einen Schlussstrich unter die Zimmerarbeiten im Dachstuhl.

 Die Sanierung ist damit aber längst noch nicht zu Ende. Bürgermeister Peter Dolderer hofft, dass die Arbeiten bis 2009 abgeschlossen sind. Dann soll die Grundschule Kochendorf wieder einziehen. Die beiden vierten Klassen weichen derzeit in zwei Container bei der Linden-berghalle aus. Die anderen Klassenstufen haben Unterricht im benachbarten Schulgebäude.

Rund 3,5 Millionen Büro haben Bürgermeister Dolderer und Stadtbaumeister Enno Loose veranschlagt. Doch das Schloss hält immer wieder Überraschungen bereit. Angenehme, wie etwa die Malereien an den Wänden aus dem frühen 17. Jahrhundert, die unter dem Putz verborgen sind. Aber eben auch unerwartet große Risse im Gewölbekeller. „Und die Sandsteine im Giebelbereich waren kaputter als erwartet", sagt Loose. Dazu hatten sich Hausbocklarven im Gebälk eingenistet. „Die sind viel gefährlicher als der Holzbock", sagt Zimmermann Frodermann.

Um wie viel tiefer die Stadt jetzt in die Tasche greifen muss, rechnet Architekt Wahrmut Stehle derzeit noch aus. „Die Finanzierung bereitet uns großen Kummer", sagt Dolderer.

Das Stadtoberhaupt schätzt die Mehrkosten auf rund 200 000 Euro. Geld, das die finanziell gebeutelte Salzstadt nicht hat. Dolderer will deshalb nicht nur Arbeiten wie den Einbau der Heizung verschieben. Er will auch beim Landesdenkmalamt und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg an- klopfen.

Seit April vergangenen Jahres machen die Handwerker jetzt Nägel mit Köpfen. Gestern setzten sie mit einem Kran dem Schloss seine

Zusammen mit dem Schulbauförderamt beteiligen sich diese Institutionen bereits mit rund 875 000 Euro an den Kosten.